Erde-Feuer-Wasser-Luft

Wozu Rituale?

Brücke über Fluß

Wieso eigentlich ein Ritual?

Sicher kennen Sie das auch:
In Ihrem Leben hat sich etwas verändert. Ein Ereignis, wie Ihre Hochzeit, die Geburt des ersten Kindes oder die Pensionierung hat Ihr Leben in andere Bahnen gelenkt. Vielleicht haben Sie auch einen runden Geburtstag gefeiert, aber irgendwie können Sie es immer noch nicht glauben: Ist das wirklich Ihnen passiert?

Immer wenn sich grundlegende Dinge im Leben verändern, handelt es sich um sogenannte „Übergänge“. Eine Lebensphase ist zu Ende, z.B. zu zweit als Paar zusammen zu leben, und eine andere Lebensphase beginnt, in diesem Beispiel das Leben als Familie mit Kind. Während der Moment des Übergangs schnell vorbei geht, brauchen Gefühle oft länger, um Veränderungen zu vollziehen. Es können dann Unsicherheit und Orientierungslosigkeit entstehen. Eine Überforderung der Gefühle. Etwas Altes ist plötzlich vorbei und das Neue ist noch unbekannt.

Gerade an diesen Übergängen sind Rituale wichtig und wertvoll, denn sie helfen dabei, die Veränderung auf allen Ebenen zu verarbeiten. Rituale fassen die Vielfältigkeit der Situation mit ihren Gefühlen symbolisch zusammen und vermitteln so neue Ordnung und neuen Sinn. Es kann ein neues Gefühl von Sicherheit entstehen. Um es metaphorisch auszudrücken: Ein Ritual errichtet einen Leuchtturm in der Seele, dessen Licht den Gefühlen Orientierung gibt. Mit dem Ritual sagen Sie sich und den Menschen, die mit Ihnen feiern: „Jetzt ist die Veränderung vollzogen – und es ist gut so.“

Rituale sind so alt, wie die Menschheit. In allen Kulturen gibt es Rituale, um die Übergänge im Leben zu vollziehen, zu bekräftigen und zu feiern. Auch bei uns gibt es solche Rituale: Für die Aufnahme des Kindes in die (Kirchen-) Gemeinschaft gibt es die Taufe, für die Bindung eines Paares als Ehepaar die Hochzeit. Wenn ein Mensch stirbt, gibt es eine Trauerfeier.

Es gibt aber auch viele Anlässe, für die keine Rituale existieren. Beispiele dafür sind Fehlgeburten, der Übergang von der Kindheit ins Jugendalter, Schul- und Studienabschlüsse, Trennungen und Scheidungen. An diesen Stellen entsteht ein Vacuum, es fehlen Möglichkeiten der Verarbeitung. Biographische Brüche werden oft unzureichend verarbeitet.

In solchen Situationen helfen Rituale dabei, das Erlebte zu verarbeiten und abzuschließen. Sie geben Halt und Sicherheit. Sie bauen Brücken für die Gefühle, um gut von einer Lebensphase in die nächste zu kommen.

letzte Aktualisierung am 09.06.2011