Erde-Feuer-Wasser-Luft

Was sind Rituale?

Brücke über Fluß

Was ist eigentlich ein Ritual?

Diese Frage zu beantworten ist deshalb schwer, weil es sehr viele unterschiedliche Beschreibungen und Definitionen für Rituale gibt.

Für mich ist ein Ritual eine Handlung, deren Sinn über die eigentliche Handlung hinaus weist. So ist für mich die Tasse Kaffee am Morgen kein Ritual, nur weil Sie jeden Morgen eine Tasse Kaffee trinken. Wenn für Sie aber diese Tasse Kaffee eine Bedeutung hat, z.B. ein Innehalten und Sie sich „auch heute willkommen im neuen Tag“ dabei sagen, dann bekommt die Tasse Kaffee den Charakter eines Rituals.

Was passiert bei einem Ritual?

Wie Ihr ganz persönliches Ritual aussieht, bestimmen Sie selbst. Ich stehe Ihnen dabei mit Vorschlägen, Ideen und Erfahrung zur Seite, um mit Ihnen Ihre ganz besondere Zeremonie zu planen und vorzubereiten.

Wissenschaftlich betrachtet besteht ein Ritual, nach Arnold von Gennep, aus drei Phasen: Einer Trennungsphase – etwas Altes ist zu Ende und das wird im Ritual symbolisch dargestellt. Der sogenannten Schwelle – das ist der Moment, in dem die Veränderung symbolisch vollzogen wird. Und der Wiedereingliederungsphase – das ist die Wiederaufnahme in die Gemeinschaft in der neuen Rolle.

Die symbolische Handlung, die im Ritual stattfindet, hilft dabei den eigenen Gefühlen, zu verarbeiten, was geschehen ist oder sie bereitet den Menschen auf das vor, was geschehen soll. Das Ritual gibt die Möglichkeit, sich selbst oder öffentlich zu sagen: „So ist es!“, oder: „So wird es sein!“. Diese Art der Handlung hat eine besondere Kraft, die alle die bezeugen können, die schon einmal ein bedeutungsvolles Ritual erlebt haben (z.B. eine Hochzeitsfeier, die besonders berührt hat). Es wirkt. Es verändert im gewünschten Sinne. Es hilft den Gefühlen, mit Veränderungen fertig zu werden und zur Ruhe zu kommen.

Ein Ritual ist eine Zeremonie, die Sie von einem Lebensabschnitt in den anderen begleitet, wie eine Brücke über einen Fluss.

Ein Beispiel

Die Eltern eines kleinen Mädchens kommen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Sie wünschen sich ein Fest, um ihr Kind im Kreis der Familie vorzustellen und willkommen zu heißen. Sie können sich nicht recht einigen: Soll es überhaupt ein Fest geben? Wenn ja, soll es spirituell sein? Die Mutter sagt ja, der Vater nein. Schließlich einigen wir uns auf ein kleines Fest im Garten, bei dem spirituelle Elemente aus der Kultur der Mutter vorkommen. Außerdem gibt es einen offenen Teil, bei dem dem Kind von den Gästen gute Wünsche mit auf den Lebensweg gegeben werden. Es zeigt sich, dass die Gäste hier sehr unterschiedliche eigene Vorstellungen einbringen, die sich aber harmonisch in den Ablauf der Zeremonie einfügen und das Ganze lebendig machen. Alle waren sich einig: Ein gelungenes Fest!

letzte Aktualisierung am 09.06.2011